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Pressemitteilung 29.04.2021

Schulen stehen auf? – Schön wär’s!

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Es ist eine Nachricht, die wütend macht: Eine Realschule in Neuwied informierte am Montag (26.4.) die Eltern darüber, dass es zwei Suizidversuche unter den Schülern der Schule gegeben habe. Die Lehrerschaft sei schockiert und wolle den „Schülerinnen und Schülern helfen, dieses Ereignis zu verarbeiten“.

Man habe Ansprechpersonen, die mit den Kindern sprechen und ihre Fragen beantworten würden, so der Schulleiter in dem Schreiben. Unter den Ansprechpersonen seien Vertreter des Lehrkörpers sowie Schulpsychologen. Sie stünden bei Bedarf für Einzel- und Gruppengespräche zur Verfügung. Das Schreiben endet mit einer 5-Punkte-Anleitung, wie Eltern unterstützend helfen könnten und weist darauf hin, dass „Konzentrationsschwäche, Angstzustände, Alpträume, Appetitlosigkeit, überdrehtes Verhalten, teilnahmsloses oder auch eher aggressives Verhalten (…) in der Reaktion auf ein solches Ereignis zunächst normal“ seien. Hielten die Verhaltensänderungen aber wochenlang an, sei Beratung „angebracht“.

Mit Symptombehandlung gegen die eigene Betroffenheit

Ohne Zweifel sind die Lehrer schockiert, die Betroffenheit sei dem Schulleiter ebenfalls nicht abgesprochen. Was sich die Schule aber vorhalten lassen muss, ist ihr ganz eigener Beitrag zum Geschehen. Zugegeben, wir wissen nicht, ob und ggf. wie viele Lehrkräfte remonstriert oder in Sachen Maßnahmen den heimlich-zivilen Lehrer-Ungehorsam geprobt haben. Vielleicht haben sie den Schülern nichts von diesem tödlichen Virus erzählt. Vielleicht haben sie den Kindern erlaubt, die Masken abzusetzen, die Köpfe zusammenzustecken und gemeinsam zu sein. Vielleicht haben sie in Sachen Tests Milde walten lassen, welche auch immer. Allein die Wahrscheinlichkeit, dass sie das getan haben, ist gering.

Denn die Lehrer haben Angst. Wie so viele, und Lehrer sind auch nur Menschen. Wenn sie keine Angst vor einem Virus oder einer Mutante haben, dann haben sie Angst vor den Eltern. Oder besser: vor deren Meinung. Vor dem, was Eltern tun könnten. Sie haben Angst vor dem, was passieren könnte, wenn sie sich nicht strikt an alle Vorgaben halten. Denn dann gibt’s den Frack voll vom Dienstherrn. Vielleicht ist der Job sogar weg. Also riskieren sie lieber nichts, die Lehrer. Oder jedenfalls nichts, was sie betrifft.

Zum Glück gibt’s die Kinder

Zu riskieren, was die Kinder betrifft, geht. Immer. Die Kinder tragen das mit. Sie tragen es hinter ihren Masken, aber genau deswegen tragen sie diese Masken – pflichtgemäß, gehorsam und pflichtschuldig. Sie tragen sie, wie sie die Verantwortung tragen. Dafür, dass den Lehrern nichts passiert. Dafür bezahlen die Kinder sogar mit ihrem Leben. In vielfacher Hinsicht und nicht nur durch Suizid. Sie bezahlen mit dem Leben, das sie seit 14 Monaten nicht mehr leben dürfen. Sie bezahlen mit ihrer Unversehrtheit, der körperlichen wie der psychischen. Sie bezahlen mit dem Leben, das sie gehabt hätten, wenn die, denen sie anvertraut sind, für sie Verantwortung übernommen hätten. Sie bezahlen mit dem Leben, das sie noch (!) haben könnten, wenn diejenigen, denen sie anvertraut sind, aufstehen und sagen würden: Wir machen das nicht mit.

Solange die Lehrer und die Schulen das nicht tun, hinterlässt ihr Bemühen und ihre Betroffenheit einen schalen, nicht zu beschreibenden Beigeschmack. Denn „Maßnahmen zum Umgang mit Suizid“ beheben die Ursache für solche Geschehnisse nicht. Im Gegenteil. Sie bilden das Fundament, auf dem der Suizid von Kindern und Jugendlichen gedeihen kann wie … eine Pandemie.

Der geneigte Leser lasse sich das nochmal auf der Zunge zergehen: Die Schule tut nicht, was notwendig wäre, um Suizide zu verhindern. Die Schule implementiert Maßnahmen, um mit Suizid „umzugehen“.

Geht in die Schule der Zukunft also auch der Suizid? Die Lehrerschaft scheint sich vorzubereiten. Noch ein paar Maßnahmen mehr machen das Kraut schließlich nicht fett. Man gewöhnt sich an alles.

Oder braucht es nur noch ein paar Suizide mehr, damit die Schulen den suizidalen Gehorsam verweigern?

Hoffen wir es.

(J.B.)

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